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• 7 min • Rechtsredaktion • Aktualisiert: 21. September 2026

Einbürgerungstest ohne Integrationskurs: So gehen Sie vor

Sie möchten den Einbürgerungstest ohne Integrationskurs machen? Erfahren Sie, wie Anmeldung, Vorbereitung, Prüfung und Nachweis funktionieren.

Ja, Sie können den Einbürgerungstest ohne Integrationskurs ablegen. Sie müssen vorher weder einen Integrationskurs noch einen besonderen Vorbereitungskurs besuchen. Sie melden sich direkt bei einer zugelassenen Prüfstelle an, bereiten sich selbstständig vor und erhalten nach bestandener Prüfung eine Bescheinigung für die Einbürgerungsbehörde.

Das Gesetz ist an dieser Stelle eindeutig: Nach § 10 Absatz 5 Staatsangehörigkeitsgesetz werden Vorbereitungskurse angeboten, die Teilnahme daran ist aber nicht verpflichtend. Ein Kurs kann beim Lernen helfen. Er ist jedoch keine Voraussetzung dafür, den Einbürgerungstest zu schreiben.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und keine persönliche Rechtsberatung. Ob Sie den Testnachweis in Ihrem konkreten Einbürgerungsverfahren benötigen, entscheidet Ihre zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie dürfen den Einbürgerungstest ohne vorherigen Integrationskurs machen.
  • Den Termin vereinbaren Sie mit einer zugelassenen Prüfstelle, häufig einer Volkshochschule oder einem anderen zugelassenen Kursträger.
  • Die Teilnahme kostet nach der geltenden Einbürgerungstestverordnung 25 Euro.
  • In 60 Minuten beantworten Sie 33 Fragen. Für das Bestehen brauchen Sie mindestens 17 richtige Antworten.
  • Zur Vorbereitung können Sie den offiziellen Fragenkatalog und das BAMF-Online-Testcenter nutzen.
  • Der bestandene Test weist staatsbürgerliche Kenntnisse nach. Er ersetzt keinen eventuell erforderlichen Nachweis über Deutschkenntnisse.

Warum ist kein Integrationskurs erforderlich?

Bei der Einbürgerung müssen Antragstellende in der Regel Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland nachweisen. Meist geschieht das mit einem bestandenen Einbürgerungstest. Der vorgeschriebene Nachweis ist also das Testergebnis, nicht der vorherige Besuch eines Kurses.

Auch der aktuelle BAMF-Teilnehmermeldebogen für den Einbürgerungstest berücksichtigt ausdrücklich beide Möglichkeiten: Teilnehmende geben an, ob sie einen Einbürgerungskurs besucht haben oder nicht. Auf demselben Formular kann außerdem angekreuzt werden, ob bereits ein Einbürgerungsantrag gestellt wurde.

Das bedeutet praktisch: Sie können den Test grundsätzlich als einzelne Prüfung planen und müssen nicht erst einen kompletten Integrationskurs beginnen. Klären Sie trotzdem mit Ihrer Staatsangehörigkeitsbehörde, welchen Nachweis sie in Ihrem Fall erwartet. Es gibt gesetzliche Ausnahmen, und möglicherweise besitzen Sie bereits einen anerkannten Nachweis.

Integrationskurs, Orientierungskurs und Einbürgerungstest: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden leicht verwechselt:

  • Ein Integrationskurs besteht grundsätzlich aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs.
  • Der Orientierungskurs behandelt Politik, Geschichte, Recht und Gesellschaft. Am Ende steht der Test „Leben in Deutschland“ (LiD).
  • Der Einbürgerungstest ist der direkte Prüfungsweg für Menschen, die staatsbürgerliche Kenntnisse für ihre Einbürgerung nachweisen möchten.

Wer bereits einen Integrationskurs besucht, legt normalerweise den LiD-Test ab. Nach Angaben des BAMF zur Einbürgerung kann ein LiD-Ergebnis mit mindestens 17 von 33 Punkten ebenfalls die für eine Einbürgerung erforderlichen Kenntnisse nachweisen.

Wenn Sie keinen Integrationskurs besuchen, melden Sie sich stattdessen zum Einbürgerungstest an. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag Leben in Deutschland oder Einbürgerungstest: der Unterschied.

Einbürgerungstest ohne Kurs anmelden: Schritt für Schritt

1. Zuerst mit der Einbürgerungsbehörde klären

Fragen Sie vor der Anmeldung, ob Sie den Einbürgerungstest tatsächlich benötigen. Ein deutscher Schulabschluss oder ein bereits passender LiD-Nachweis kann je nach Fall relevant sein. Bei Krankheit, Behinderung oder altersbedingten Gründen kennt das Gesetz außerdem Ausnahmen.

Diese kurze Klärung verhindert, dass Sie unnötig einen Termin buchen. Gleichzeitig kann die Behörde Ihnen Prüfstellen in Ihrer Nähe nennen.

2. Zugelassene Prüfstelle suchen

Der Test findet nicht zu Hause und nicht als frei buchbare Online-Prüfung statt. Sie brauchen eine zugelassene Prüfstelle. Das sind häufig Volkshochschulen, aber auch andere vom BAMF zugelassene Träger kommen infrage.

Fragen Sie die Prüfstelle direkt nach:

  • dem nächsten freien Termin
  • der Form der Anmeldung
  • den benötigten Unterlagen
  • dem Zahlungsweg
  • dem Anmeldeschluss
  • der Abmeldung oder Umbuchung

Die praktische Organisation kann von Stelle zu Stelle verschieden sein. Verlassen Sie sich deshalb auf die Auskunft der gewählten Prüfstelle. Unser Leitfaden Einbürgerungstest anmelden: Schritt für Schritt hilft Ihnen bei der Terminplanung.

3. Anmeldung und Gebühr erledigen

Nach § 2 Einbürgerungstestverordnung wird der Prüfungstermin mit einer benannten Prüfstelle vereinbart. Die Verordnung nennt eine Kostenpauschale von 25 Euro pro teilnehmender Person.

Wie Sie bezahlen und ob Sie persönlich erscheinen müssen, erklärt die Prüfstelle. Der BAMF-Meldebogen fragt unter anderem Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift ab. Achten Sie darauf, dass Ihre Angaben mit Ihrem gültigen Identitätsdokument übereinstimmen.

4. Bestätigung und Prüfungstag vorbereiten

Notieren Sie Termin, Uhrzeit und genaue Adresse. Legen Sie das von der Prüfstelle verlangte Ausweisdokument rechtzeitig bereit. Prüfen Sie auch, wann Sie vor Ort sein sollen und welche Schreibmittel erlaubt oder erforderlich sind.

Eine kompakte Erinnerung für den Termin bietet unsere Checkliste für den Prüfungstag.

So läuft die Prüfung ab

Die Regeln gelten unabhängig davon, ob Sie einen Kurs besucht haben. Nach § 1 Einbürgerungstestverordnung enthält ein Fragebogen 33 Aufgaben. Zu jeder Aufgabe gibt es vier Antwortmöglichkeiten, von denen eine richtig ist.

Die wichtigsten Zahlen sind:

  • 33 Prüfungsfragen insgesamt
  • 30 allgemeine Fragen
  • 3 Fragen zu Ihrem Bundesland
  • 60 Minuten Bearbeitungszeit
  • mindestens 17 richtige Antworten zum Bestehen

Ihr Bundesland richtet sich nach dem Wohnsitz, der für die Prüfung zugrunde gelegt wird. Kontrollieren Sie deshalb bei der Vorbereitung, dass Sie nicht versehentlich die Landesfragen eines anderen Bundeslands lernen. Mit unserem Beitrag zu den Bundesland-Fragen im Einbürgerungstest können Sie diesen Teil gezielt einordnen.

Ohne Kurs lernen: ein praktischer Vier-Schritte-Plan

Ohne Unterricht brauchen Sie vor allem eine klare Reihenfolge. Teure Lernmaterialien sind nicht zwingend nötig, denn das BAMF stellt den offiziellen Fragenbestand bereit.

Schritt 1: Einen ersten Test ohne Vorbereitung machen

Starten Sie mit einer Simulation. Das Ergebnis zeigt Ihnen, welche Themen bereits sicher sind und wo Wissenslücken liegen. Schreiben Sie nicht nur die Zahl der Fehler auf, sondern ordnen Sie jeden Fehler einem Thema zu: Demokratie, Geschichte, Gesellschaft oder Bundesland.

Schritt 2: Den offiziellen Fragenkatalog vollständig bearbeiten

Nutzen Sie das BAMF-Online-Testcenter. Für Ihre persönliche Vorbereitung sind die 300 allgemeinen Fragen und die 10 Fragen Ihres Bundeslands wichtig. Lesen Sie auch die falschen Antwortmöglichkeiten. So erkennen Sie ähnliche Begriffe später zuverlässiger.

Schritt 3: Eine Fehlerliste führen

Notieren Sie jede unsichere Frage mit einem kurzen Grund, zum Beispiel „Bundestag und Bundesrat verwechselt“ oder „Verneinung überlesen“. Wiederholen Sie zuerst diese Fragen, statt den gesamten Katalog immer wieder von vorn zu beginnen.

Wenn Sie einen strukturierten Zeitplan möchten, nutzen Sie den 14-Tage-Plan zum Online-Üben. Er funktioniert auch vollständig ohne Kursteilnahme.

Schritt 4: Mehrere vollständige Prüfungen simulieren

Bearbeiten Sie 33 Fragen am Stück und ohne Hilfe. Planen Sie dabei dieselben 60 Minuten wie in der echten Prüfung ein. Ziel sollte nicht sein, einmal knapp 17 Punkte zu erreichen. Sicherer ist es, in mehreren Simulationen deutlich über der Grenze zu liegen und die eigenen Fehler erklären zu können.

Was der Test nicht ersetzt

Der Einbürgerungstest prüft staatsbürgerliche Kenntnisse. Er ist kein Sprachtest und kein vollständiger Nachweis aller Einbürgerungsvoraussetzungen. Ein erforderlicher B1-Nachweis, Identitätsnachweise, Aufenthaltszeiten, Lebensunterhalt und weitere Voraussetzungen werden im Einbürgerungsverfahren getrennt geprüft.

Besonders wichtig: Ein bestandener Test bedeutet noch nicht automatisch, dass der Einbürgerungsantrag bewilligt wird. Er liefert nur einen Baustein des Verfahrens. Welche Unterlagen und Nachweise für Sie persönlich gelten, erfahren Sie bei Ihrer Staatsangehörigkeitsbehörde.

Checkliste: Bin ich für den Weg ohne Kurs bereit?

Prüfen Sie vor der Anmeldung diese Punkte:

  • Ich habe geklärt, ob ich den Testnachweis benötige.
  • Ich habe eine zugelassene Prüfstelle und einen passenden Termin gefunden.
  • Ich kenne Zahlungsweg, Anmeldeschluss und benötigte Unterlagen.
  • Meine persönlichen Angaben stimmen mit meinem Ausweisdokument überein.
  • Ich übe mit den offiziellen allgemeinen Fragen und den Fragen meines Bundeslands.
  • Ich erreiche in mehreren vollständigen Simulationen sicher mehr als 17 Punkte.
  • Ich weiß, dass der Test einen eventuell erforderlichen Sprachnachweis nicht ersetzt.

Häufige Fragen (FAQ)

Muss ich vor dem Einbürgerungstest einen Vorbereitungskurs besuchen?

Nein. § 10 Absatz 5 StAG sagt ausdrücklich, dass Vorbereitungskurse angeboten werden, die Teilnahme aber nicht verpflichtend ist. Sie können selbstständig lernen und sich direkt bei einer zugelassenen Prüfstelle anmelden.

Kann ich den Test schon vor dem Einbürgerungsantrag machen?

Der aktuelle BAMF-Teilnehmermeldebogen sieht ausdrücklich die Auswahl „Einbürgerungsantrag gestellt“ oder „nicht gestellt“ vor. Klären Sie dennoch mit Ihrer Behörde, wann der Test in Ihrem persönlichen Ablauf sinnvoll ist.

Brauche ich B1, um für den Test zu lernen?

Der Einbürgerungstest und der Sprachnachweis sind unterschiedliche Nachweise. Die Prüfungsfragen sind auf Deutsch formuliert, deshalb müssen Sie sie sicher verstehen. Ob und welchen Sprachnachweis Sie für Ihre Einbürgerung brauchen, prüft die Behörde getrennt.

Ist Selbstlernen schlechter als ein Kurs?

Nicht automatisch. Ein Kurs bietet Erklärungen, Termine und eine feste Struktur. Beim Selbstlernen können Sie Tempo und Zeiten frei wählen. Entscheidend ist, dass Sie mit dem offiziellen Fragenbestand arbeiten, Fehler gezielt wiederholen und vollständige Tests simulieren.

Bekomme ich nach dem Test sofort das Ergebnis?

Nein. Die verbindliche Bescheinigung wird nach der Auswertung ausgestellt. Fragen Sie Ihre Prüfstelle, wie die Bescheinigung in Ihrem Fall ausgegeben oder versendet wird, und planen Sie dafür ausreichend Zeit ein.

Nächster Schritt

Klären Sie zuerst mit Ihrer Staatsangehörigkeitsbehörde, ob Sie den Test benötigen. Suchen Sie danach eine zugelassene Prüfstelle und beginnen Sie parallel mit dem offiziellen Fragenkatalog. So verlieren Sie trotz möglicher Wartezeit auf einen Termin keine Lernzeit.

Offizielle Quellen & redaktioneller Stand

. Für verbindliche Auskünfte gelten die Informationen der zuständigen Behörden.

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